Erster Eindruck von Twingly
Durch einen Artikel von netzwertig.com bin ich auf Twingly aufmerksam geworden. Was Twingly genau ist, kann man hier schön nachlesen: Twingly – in massentaugliches FriendFeed?
Da sich Twingly noch in einer Beta-Phase befindet, hat noch nicht jeder darauf Zugriff. Man benötigt eine Einladung (max 3000 in der Testphase) von einem autorisierten Channel-Betreiber. Dank netzwertig.com hatte ich nun die Möglichkeit mir Twingly etwas genauer anzuschauen. Einige Dinge kann ich leider noch nicht beurteilen, da ich selbst noch keinen Channel führen konnte. Ich habe zwar einen beantragt, aber in der Beta-Phase landet man erst in einer Liste. Jeder Antrag wird von einem Twingly-Mitarbeiter händisch geprüft und erst dann freigeschaltet.
Grob gesagt ist Twingly ein Dienst, der bestimmte thematische Inhalte aus vielen Informationsquellen heraus filtern und dann in einem Channel bündeln kann (Blogstream). Basis dafür sind RSS-Feeds, die allein der Channel-Inhaber aussuchen kann. Darüber hinaus bietet Twingly aber auch eine direkte Suchfunktion für Blogs und Microblogs an.
Die Oberfläche
Es ist erst einmal alles ungewohnt und ich hatte doch einige Schwierigkeiten mich zurecht zu finden. Nach dem Einloggen gelangt man erst mal in eine Übersicht der abonnierten Channels. Da es im Moment nur einen gibt, fällt die Auswahl nicht schwer *g*. Im Channel angekommen, zeigt sich links eine Spalte mit den Nachrichten (popular stories) und rechts eine Spalte mit der Navigation und Infos über den Channel.
An Infos ist zu sehen, wer den Channel abonniert hat, aus welchen Quellen die Nachrichten gezogen werden und der Punkt “Search Terms” der aber leer und für mich nicht editierbar war (damit lassen sich wohl Tweets und Blogs nach bestimmten Keywords filtern). Die Navigation besteht aus “incoming stories” und “Create new channel” .. mehr nicht.
Ein neuer Channel
Wie oben kurz erwähnt, ist das im Moment leider etwas komplizierter. Es muss ein Antrag gestellt werden, bei dem u.a. angegeben werden muss, mit welchem Thema sich der Channel beschäftigt, was für einen Personenkreis ich damit anspreche, ob ich einen Blog betreibe, ob ich auf Twitter bin und wie viel User ich plane einzuladen. Dieser Antrag wird von einem Twingly Mitarbeiter geprüft und dann hoffentlich irgendwann freigegeben.
Mein eigener Channel .. und jetzt?
So … jetzt habe ich also (hoffentlich bald *g*) einen eigenen Channel auf dem nur relevante Artikel ankommen. An sich ja schon mal nicht schlecht. Der Clou dabei ist aber, dass andere User diesen Channel abonnieren können. So haben Sie Zugriff auf alle Nachrichten in diesem Channel und können diese kommentieren und favorisieren (like). Eine gute Basis um z.B. Diskussionen zu führen. Eigene Feeds können die Abonnementen in diesem Channel zwar nicht einbringen (zumindest noch nicht) aber es gibt die Möglichkeit Texte bzw. Links zu posten. Diese erscheinen dann auch in der Channel-Liste und können ebenfalls von allen kommentiert und favorisiert werden.
Nachtrag: hmm … ich sehe gerade, das ich das auch bei Channels kann, die nicht abonniert habe… *wunder*
Die Listen
Wie oben erwähnt, gibt es zwei Listen: “popular stories” und “incoming stories”
“incoming stories” ist eine Liste von 20 Feed-Nachrichten (+ direkte Posts) in der Reihenfolge, wie sie in diesem Channel reinpurzeln.
Bei “popular stories” ergibt sich die Reihenfolge der Nachrichten durch ihre “Beliebtheit“, sprich, hat eine Nachricht viele Kommentare, Like’s und Retweets wird sie in der List weit oben stehen da ja, offenbar beliebt.
Es scheinen aber noch mehr Faktoren ein Rolle zu spielen, u.a. das Alter einer Nachricht, ob diese aus einem Feed oder von einem Post eines Abonnementen stammt. Auch diese Liste ist begrenzt (20). Da es keinen “mehr”-Button gibt, sind Nachricht schnell verschwunden und somit unauffindbar *wunder*.
Die Listen selbst gestalten sich leider noch sehr unübersichtlich, denn die Nachrichten sind nur schwer von einander zu trennen. Auch der Username hebt sich nicht ab. Da muss noch gefeilt werden.
Die Nachricht selbst
Eine Nachricht besteht aus:
Quelle: Von wem kommt die Nachricht.
Content: Die ersten 200 Zeichen der Nachricht (z.B. des Blog-Artikels).
Alter der Nachricht
Liked by: Wer hat diese Nachricht favorisiert
Links: Liste der Trackbacks
Retweets: Liste der “Tweetbacks” (wurde der Link des Artikels z.B. getwittert)
Comment: Die Kommentare der Abonnementen
User-Account
Das hält sich auch sehr in Grenzen: neben seiner eMail-Adresse kann nur eine Avatar hochgeladen werden. Mehr leider nicht. Twingly hat aber bereits angekündigt, dies noch auszubauen.
Blog Profil
Twingly kann für jeden Blog ein Profil erstellen. Hier ist u.a. der Rank des Blogs, Anzahl der Verlinkungen und Anzahl der Likes zu sehen sowie weitere nützliche Informationen. Zu sehen z.B. hier: preisbiene Blog
Der Aufruf erfolgt mit:
http://www.twingly.com/blogs/profile?url=http://www.meinblog.de/
Twingly auf Deiner Website
Twingly bietet ein Widget an, welches z.B. Blogs anzeigt, die auf den eigenen Artikel verlinken (es gibt auch noch andere Optionen). Aus SEO-Sicht eigentlich uninteressant, da dies über Javascript eingebunden wird. Einzig der evtl. entstehende Traffic für den, der verlinkt, erzeugt Motivation. In dem Widget können die einzelnen Links beurteilt werden, ob sie Spam, irrelevant oder unangebracht sind. Eine kommerzielle Nutzung wird aber wohl nicht kostenlos sein.
Das Bild zeigt das Widget von handelsblatt.com
Besonderheit: follow
Was mir noch als Besonderheit aufgefallen ist: Alle Links (auch die von Abonnementen geposteten) sind follow … mal sehen wie lange. Das wird sicher schnell Spammer anziehen.
Was fehlt noch und was muss verbessert werden?
Auf jeden Fall müssen die einzelnen Nachrichten besser getrennt werden. Es ist wirklich mühsam hier einen Überblick zu behalten.
Schön wäre es auch, wenn ich auf die Profil-Bilder der Abonnementen klicken könnte und so dessen Posts (nach Channels getrennt) sehe und was für Channels sie selbst betreiben.
Editieren oder löschen von eigenen Posts oder Kommentaren (zumindest in den ersten 5 Minuten) wäre sehr wünschenswert.
Der Umfang des eigenen Profils muss noch ausgebaut werden (Twitter-Account, Blog usw.).
Die Zeitangabe zwischen einem Tweet und der Anzeige des Retweets bei Twigly differiert um 2 Stunden.
Die Links sollten Target “_blank” sein.
Die maximale Anzahl der Listeneinträge finde ich zu gering und sollten erhöht werden. Oder noch besser: einen “Mehr”-Button einführen um in der Historie zurückgehen zu können.
Auch ein Suchfunktion um andere Channels zu finden, fehlt gänzlich.
.
Bisheriges Fazit
Alles in allem ein guter Ansatz den ich weiter verfolgen werde. Da es erst die Betaphase ist, bin ich guter Dinge, dass bis zum Release noch einiges nach gebessert wird.
Das ein oder andere gibt aber schon noch Rätsel auf: z.B. Was ist der Unterschied zwischen Channels die ich abonniert habe und denen, die ich nicht abonniert habe. Oder: Wie soll man eigentlich andere Channels finden?
Vielleicht ergeben sich einige Fragen, wenn ich mal einen eigenen Channel administrieren kann. Auch möglich ist, dass einige Dinge nur in der kostenpflichtigen Premium-Variante zur Verfügung stehen werden.
Dies ist also mein erster Eindruck und wenn ich irgendwo daneben liegen sollte, würde es mich freuen, wenn ihr mir das mit einem Kommentar mitteilen würdet .. noboy ist pefect
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