Was weiss das Internet über mich?

Man abonniert Newsletter, meldet sich bei StudiVZ, Xing, Twitter, Facebook usw. an, betreibt einen Blog, versteigert seine DVDs, ist in einem Verein tätig oder bestellt einfach irgendwo ein Buch. Jeder der im Internet surft und aktiv ist, hinterlässt Spuren. Ein Zufall hatte mich gestern auf dieses Thema gebracht. Ich stolperte beim Surfen über einen Dienst, der sich 123people.de nennt. Man gibt einen Namen ein und dieser versucht alle möglichen Informationen dazu zu finden. Wie ich bei einem Selbstversuch feststellen musste, wurde da wirklich überraschend viel über mich gefunden. o_O
Persönliche Daten
Im Internet geht ja nichts verloren. So wurde die Adresse über die mittlerweile digital vorhandenen Telefonbücher gefunden. Auch die Telefonnummer stimmte, wobei diese aber nicht komplett angezeigt werden (ist aber auch herauszubekommen wie ich nachher zeigen werde). Oben sind eine Menge Bilder zu sehen, die über eine Suchmaschinenanfrage zu dem Namen ermittelt werden. Hier ist zum Glück kein Bild von mir dabei
Email-Adressen stimmten auch … wobei sogar abgekürzte (schon von mir vergessene) eMail-Adressen gefunden wurden (z.B. Peter Lustig => P. Lustig). Hier mal in einem Forum angemeldet, dort mal ein Newsletter abonniert und schon ist die eMail-Adresse publik.
Dokumente
Irgendwann mal in einem Verein oder ehrenamtlich tätig gewesen? Auch nach Dokumenten wird gesucht. Und tatsächlich wurde ich in einem PDF eines Jubiläumsbuches meines Vereins gefunden. Denn auch die Inhalte von PDF, DOC oder XLS werden von Suchmaschinen erfasst und sind somit auffindbar.
Profile
Ihr seid bei Amazon angemeldet und habt mal als Gedächtnisstütze einen Wunschzettel angelegt? Dieser ist normal “privat”, kann aber auch veröffentlicht werden. Wenn ihr das getan habt (absichtlich oder aus versehen), so wird auch dieser hier aufgelistet. Mit dem, was so auf dem Wunschzettel steht, kann man recht schnell in eine Schublade gesteckt werden. Jeder sollte sich also genau überlegen ob er dies öffentlich zugänglich macht.
Bei ebay dagegen ist es problematischer. Hat man ein Produkt ersteigert bzw. gekauft und wurde bewertet (oder man hat jemand bewertet), so kann jeder 90 Tag zurück nachvollziehen, was man gekauft hat. Es ist zwar möglich die Bewertungen als privat zu kennzeichnen, dies gilt dann aber für alle. Praktischer wäre es wenn einzelne Bewertungen als privat gekennzeichnet werden könnten.
Noch mehr verräterische Quellen
Darüber hinaus findet auch eine Suche nach Brancheneinträgen, Domains, zugehörige Firmen, Microblogs (Twitter, AIM), Videos (Youtube), Nachrichten aus Nachrichtenportalen und Lebensläufe (Wikipedia) statt. Obligatorisch werden natürlich auch das Web (Google, Bing) und Blogs durchwühlt, um nach Bezügen zum Namen zu suchen.
Weitere Personensuchmaschinen:
yasni.de (hier werden u.a. auch ICQ Nummern gefunden)
whoozy.de
Schulfreunde finden:
stayfriends.de (volle Nutzung leider nicht kostenlos)
Telefonnummer
Vorausgesetzt die Telefonnummer wurde für das Telefonbuch freigegeben, ist es recht einfach diese über den Dienst 11880.com zu ermitteln. Hierbei wird sogar gleich noch die Adresse zu der Nummer angezeigt, was recht nützlich ist. Auch ein Rückwärtssuche (also den Namen zu einer Telefonnummer suchen) kann hier gemacht werden. War dies früher noch auch Datenschutz-Gründen bedenklich, ist dies heute ohne weiteres möglich.
Führt dies alles nicht zum Erfolg, kann eine Suche bei Google vielleicht weiterhelfen. Betreibt die gesuchte Person eine Homepage, Blog o.ä. oder hat sie eine Firma angemeldet so kann die Nummer evtl. im Web gefunden werden. Als Suche einfach ein paar Variationen der Nummer probieren: z.B. 06341123456, “06341/123456″, “06341 123456″, “06341-123456″ .
Den Ort zu einer bestimmen Vorwahl finden oder umgekehrt: vorwahl-national.de
Was meint Google dazu?
Wenn ihr nicht schon genug habt, so könnt ihr auch Google noch einmal bemühen. Gebt dort euren Namen (mit oder ohne Hochkomma) z.B. “Peter Lustig” ,“Peter Lustig” Beruf, “Peter Lustig” Schule oder auch “Peter Lustig” betrunken ein, ob ihr da nicht zufällig auftaucht. ![]()
Alles was ihr in Foren schreibt ist über Suchmaschinen zu finden .. also nie mit eurem richtigen Namen anmelden sondern immer ein Pseudonym verwenden. Dies ist ein Tipp den man allgemein (ebay ..) beherzigen sollte.
Rotten Neighbor
Diese Seite wird dem ein oder anderen zu diesem Thema auch noch einfallen. Hier war es möglich eine Person anzuschwärzen (berechtigt oder auch nicht). Auf einer grossen Karte konnte man dann auf seinen Wohnort zoomen und schauen, wo ein Kommentar zu einem Bewohner abgegeben wurde. Wie ich aber aktuell gelesen habe, gibt es diesen Dienst nicht mehr. Ein Problem weniger.
Fazit
Glücklich ist der, der einen Allerweltsnamen hat – denn er geht in der Masse unter. Also immer schön vorsichtig mit euren Daten sein … denn das Internet ist wie ein Elefant: Es “vergisst” nie.
Diesen Beitrag mit anderen teilen
Tags: Daten, Interessantes, Wissen

Das Internet ist denke ich bezüglich Datenschutz auch nicht viel gefährlicher wie die Offline-Welt. Auch hier kann man bei Gewinnspielen etc. ganz einfach auf Datendiebe hereinfallen.
Vielen Dank für Dein Kommentar
Das stimmt schon. Aber in Bezug auf Gewinnspiel und Datendiebe ist es ein kriminelle Machenschaft. Im Internet ist es einfach .. naja das Internet. Ich kann es nur verhindern in dem ich mich nirgendwo anmelde oder genau aussuche wo ich einkaufe.
[...] Was weiss das Internet über mich? | preisbiene Blog [...]
Wie Du schon sagst, man hat es stets selbst in der Hand welche und wie viele Daten man von sich ins “böse” Internet stellt
Bewegt man sich selbst in der Online Branche sind vollständig ausgefüllt Profile bei XING, LinkedIn oder auch facebook schon fast eine Pflichtkür.
ja … bedenklich ist halt das Sammeln der Daten. Telefonnummer von der Homepage, Buch-Vorlieben von Amazon, Geburtstag aus dem PDF eines Verein-Jubiläums… und schon hat man ein “Profil”